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Bitte Teilen – Online Umfrage. Für soziale Ungerechtigkeit ein „weiter so“ oder lieber “Zeit für Veränderungen“

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Für soziale Ungerechtigkeit ein „weiter so“ oder lieber “Zeit für Veränderungen“
Margit wartet
Margit das Skelett wartet auf die Barrierefreiheit

Der Ärger über die wachsende soziale Ungerechtigkeit in unserem Land treibt die Bürger um. Gerade sozial schwache Menschen wie Rentner, chronisch Kranke, Menschen mit Behinderungen und die Millionen Hartz IV Empfänger, Aufstocker und Grundsicherer haben darunter zu leiden. Sie haben keine eigene Lobby. Diese Menschen fühlen sich vom Staat, den Parteien und der Gesellschaft abgehängt und im Stich gelassen. Die soziale Spaltung der Gesellschaft schreitet unaufhörlich voran ohne dass ein Lichtblick am Horizont zu sehen wäre. Und eine gespaltene Gesellschaft ist anfällig für die Feinde der Demokratie. Das spüren derzeit besonders Menschen mit Behinderungen.

Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und politische Teilhabe = UN-Behindertenrechtskonvention.

Am 13. Dezem­ber 2006 wurde von der Gen­er­alver­samm­lung der Vere­in­ten Natio­nen die Behindertenrechtskonvention beschlossen. Sie trat am 3. Mai 2008 in Kraft. Seit dem Jahr 2009 ist die UN-BRK in deutsches Recht übergegangen.

Die UN-BRK beinhaltet — neben der Bekräftigung allgemeiner Menschenrechte auch für behinderte Menschen — eine Vielzahl spezieller, auf die Lebenssituation behinderter Menschen abgestimmte Rechtsregelungen. Die UN-BRK garantiert Menschen mit Handicap den Wechsel vom Bittsteller zum Menschen mit verbrieften Rechten; weg von der Fürsorge durch Staat und Verbände und hin zu einem menschenwürdigen, selbstbestimmten, eigenständigen, und inklusiven Leben in der Gesellschaft.

Sie garantiert ein menschenwürdiges und gleichberechtigtes Leben für alle Menschen.

Leider sind wir in Deutschland von einer sozialen und inklusiven Gesellschaft noch weit entfernt. Der tägliche Kampf um Selbstverständlichkeiten und gegen die täglichen Diskriminierungen durch Behörden, Parteien und Gesellschaft zermürbt.

Gerade Bestimmungen der UN-BRK werden von Politikern und Behördenvertretern gerne ignoriert und bewusst nicht beachtet. Man hat das Gefühl sie investieren lieber viel Zeit und Energie in die Verhinderung von Teilhabe und Barrierefreiheit als in deren Umsetzung. Nur ein paar Beispiele:

  • Warum wird vielen Menschen mit Behinderung in Einrichtungen der gesetzliche Mindestlohn verwehrt.
  • Warum müssen sozial schwache Versicherte um eine gute medizinische Versorgung und dringend notwendige Hilfsmittel kämpfen.
  • Warum findet Barrierefreiheit, wenn überhaupt, hauptsächlich im öffentlichen Raum statt.
  • Warum sind barrierefreie Wohnungen kaum vorhanden oder bezahlbar.
  • Warum kann gute Bildung und Arbeit nicht allen Menschen, auch Menschen mit Behinderung zu Gute kommen und damit ein eigenständiges, menschenwürdiges Leben erlauben.
  • Warum müssen alte Menschen mit immer weniger Rente auskommen?

Es ist schon der pure Hohn, dass Menschen, die diesen Staat zu 100 % mit aufgebaut haben, mit nur 48 % ihres Einkommens im Alter auskommen müssen.

  • Warum müssen erwerbsgeminderte Schwerbehinderte oft in Armut leben?

Zwar hat die Regierung die Erhöhung der Erwerbsminderungsrenten beschlossen, aber das neue Rentengesetz mit Verbesserungen für die Erwerbsminderungsrentner gilt nur für Neurentner ab dem 1. Januar 2019. Bestandsrentner sind dabei ausgeschlossen. Dafür betrifft die Erhöhung der Beiträge in der Pflegeversicherung um 0,5% des Bruttoeinkommens natürlich alle Beitragszahler.

Das ist nicht nur ein Armutszeugnis der Renten- und Sozialpolitik, sondern auch ein grober Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz im Grundgesetz.

Das reiche Deutschland ist im Vergleich zu vielen anderen Ländern weit entfernt von einer inklusiven und gerechten sozialen Gesellschaft.

Alle reden von Inklusion, aber kaum einer steht dazu.

Für die etablierten Parteien sind Menschen mit Behinderungen und sozial Schwache meist nur Nebenschauplätze, „das Genmaterial der Sozialpolitik, aber nicht die Zielgruppe“. Sie werden entsprechend behandelt und ausgeschlossen.

Sollte sich ein Politiker/in doch einmal vordergründig für die Benachteiligten einsetzen, so fehlt es meist am nötigen Fachwissen. Das Fürsorgewesen von früher war für viele einfacher, da machten Politiker ein wenig Charity und kamen bei den Verbänden gut an. Und jetzt: Die UN-BRK garantiert auch behin­derten Men­schen ihre poli­tis­chen Rechte gle­ich­berechtigt mit anderen ausüben zu können, und da wollen Menschen mit Behinderungen doch tatsächlich auch politisch mitreden und mitbestimmen. Unfassbar!!!

Teilhabe, Barrierefreiheit und soziale Gerechtigkeit kosten Geld. Geld, dass wir angeblich nicht haben.

  • für gute Bildung und gleiche Bildungschancen,
  • gleichberechtigte Ausbildungschancen und Arbeitsplätze,
  • bezahlbarer, barrierefreier Wohnraum,
  • ein gleichberechtigtes Gesundheitswesen und Pflege, die sich jeder leisten kann,
  • gerechte Renten, die ein gutes Leben im Alter sichern,
  • barrierefreie Mobilität in Bussen und Bahnen, aber auch im Internet für alle.

Und das für alle: Egal ob gesund oder krank, deutsch oder Zugezogen, Jung oder Alt.

Akzeptanz, Verständnis und Solidarität, diese Bausteine einer guten sozialen Gesellschaft haben wir schon einmal aufgebracht, Mit dem Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost. Der läuft Ende dieses Jahres aus. Wäre es nicht sinnvoller, dieses Geld, an dessen Ausgabe wir uns alle seit ca. 30 Jahren gewöhnt haben, in einen „Solidaritätszuschlag für soziale Gerechtigkeit in Deutschland“ einzusetzen? Damit könnten Bildung, Teilhabe, Gesundheit, Pflege und vor allem die Renten für alle gesichert werden. Nachhaltig.

Der Ruf nach Veränderung seitens der Betroffenen ist verständlich. Daraus resultiert wohl auch die Forderung nach einer eigenen Vertretung im Bundestag in Form einer neuen Partei für soziale Gerechtigkeit in Deutschland.

Landesverband Selbst Aktiv Bayern

Arbeitsgemeinschaft Selbst Aktiv Menschen mit Behinderungen in der Bayern SPD

Das werden Sie ja wohl schaffen

Euerbach diskriminiert
Euerbach diskriminiert Menschen mit Behinderung

Vom tapferen Kampf eines bayerischen Gemeinderates gegen einen uneinsichtigen Rollstuhlfahrer

 

Bild zeigt Rollstuhlfahrer vor einer Treppe
Vom tapferen Kampf einer bayerischen Gemeinde gegen einen uneinsichtigen Rollstuhlfahrer

Für Menschen mit Behinderung sind Inklusion und Barrierefreiheit zwei wichtige Eckpfeiler der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Eindeutige Gesetze und Verordnungen stehen uns Menschen mit Behinderungen zumindest theoretisch gegenüber der öffentlichen Verwaltung zur Seite, wie UN-Behindertenrechtskonvention, das Behindertengleichstellungsgesetz und das Grundgesetz Artikel 3, Abs. 3 mit seinem Benachteiligungsverbot.

Doch was machen, wenn sich Gemeinden und Behörden verweigern und lieber ihre Energie in eine Verhinderungspolitik investieren ganz nach dem Motto, wir lassen uns nicht von außen reinreden?

Genau ein solcher Fall erhitzt seit einigen Jahren die Gemüter in der nordbayerischen 3000 Seelen Gemeinde Euerbach und insbesondere das Gemüt des
Fachteams-Mitglied Norbert Sandmann.

Menschen mit Behinderung immer noch Bürger 2. Klasse?

In Euerbach werden Menschen, welche auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, von öffentlichen und politischen Veranstaltungen in der Gemeinde ausgeschlossen, weil der betreffende Sitzungssaal/Veranstaltungsaal nur über 3 Stufen erreichbar ist.

Aussage des Bürgermeisters, „wir hatten jahrelang einen Schwerbehinderten, der kam die Stufen auch hoch, das werden Sie ja wohl auch schaffen“. Entsprechende Anträge auf einen barrierefreien Zugang werden regelmäßig vom Gemeinderat abgelehnt und das mit Begründungen, die nicht mehr in die heutige Zeit passen. Zu teuer, zu wenige Nutzer, nicht machbar usw. Kostengünstige Vorschläge von Betroffenen in Höhe von ca. 8.000 €uro werden ignoriert, stattdessen werden überteuerte Lösungsvorschläge von Gemeindemitarbeitern in Höhe von ca. 37.000 €uro präsentiert, um dann diese auf Grund „unverhältnismäßiger“ Kosten abzulehnen. Gesprächsangebote werden regelmäßig ignoriert. Und zu guter Letzt muss eben der Brandschutz als Totschlagargument herhalten, um die barrierefreie Zugangsforderung abzuschmettern – und das bei einem Gebäude aus den 1990er Jahren.

Auch das Einschalten des Staatssekretärs Herrn Hintersberger vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales mit der Bitte, um nochmalige wohlwollende Prüfung werden ignoriert.

Mehrere Interventionen an Gemeinderatsmitglieder, Kommunalaufsicht und die Behindertenbeauftragte bleiben unbeantwortet. Selbst das zuständige Landratsamt Schweinfurt reagiert hier äußerst fragwürdig und verstößt gegen geltendes Recht im Sinne der UN-BRK, dem Benachteiligungsverbot laut Grundgesetz, wenn es im Schreiben vom 22.01.2015 anführt:

Ein Anspruch auf barrierefreien Zugang zum bestehenden Sitzungssaal kann nicht aus kommunalrechtlichen Vorschriften abgeleitet werden.“ Weiter wird angeführt: „Hingegen kann nicht verlangt werden, dass der Sitzungsraum so beschaffen sein muss, dass er für Jedermann (z.B. auch für Allergiker mit extrem hohen Anforderungen an die Luftreinheit) zugänglich ist…so dass rein kommunalrechtlich auch ein Zugang mittels Hilfestellung der Öffentlichkeit gerecht würde“.

Gerade die letzte Argumentation der Behörde sagt nichts Anderes aus, als das der Rollstuhlfahrer sich samt Rollstuhl hochtragen lassen kann – sofern genug „helfende Hände“ vorhanden sind. Doch dies würde einerseits einer Zurschaustellung des Menschen mit Behinderung gleichkommen und entspricht nicht dem Grundgedanken des Menschenrechts auf Barrierefreiheit, nämlich das bauliche Anlagen „auf die allgemein übliche Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind“.

Man stelle sich bildlich vor, wie die Gemeinderäte den Betreffenden mit E-Rolli hochtragen, das sind dann schnell mal 200 bis 300 Kg!

Stellenausschreibung Euerbach
Euerbach sucht starke Männer um Inklusion weiterhin hinten anzustellen

 

Was machen die Gemeinderäte? Sie stellen sich hinter ihren Bürgermeister, entsprechender der Aussage „Wir müssen nach außen Einigkeit zeigen“. Ein solches Verhalten hätte besser in eine andere Epoche gepasst, in die Zeit als Menschen mit Behinderungen noch als „Unnütze Esser“ galten, in eine Zeit in der man uns wegsperrte, weil man sich für uns schämte.

Zugegebenermaßen wurden in den letzten fast 5 Jahren ein paar weniger bedeutende Anträge zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention von den Gemeindeverantwortlichen in Euerbach umgesetzt. Zu nennen sind da die Ausschilderung einer Behindertentoilette und die Verbreiterung eines Wegdurchlasses, damit dieser für Rollstuhlfahrer nutzbar ist. Doch der große Wurf blieb aus.

Am Beispiel der Causa Euerbach, der leider kein Einzelfall in Deutschland ist, zeigt sich, dass trotz UN-Behindertenrechtskonvention, Grundgesetz und Behindertengleichstellungsgesetz und Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz sogar diejenigen, die zuoberst in der Pflicht stehen, die gesetzliche Theorie in der Praxis umzusetzen, unbehelligt Menschen weiterhin diskriminieren können.

Die sicherlich nett gemeinten „Hilfsangebote“, die der Epoche des fremdbestimmten Fürsorge-Zeitalters entsprechen, passen nicht in das Zeitalter einer Menschenrechtskonvention.

Genau das Thema Barrierefreiheit und Inklusion muss in den Köpfen der Entscheider ankommen. Es nützt nichts, wenn Politiker von der Bedeutung und Wichtigkeit der Inklusion reden, aber deren Bedeutung nicht verstanden haben. Wenn Planer die Zusammenhänge zwischen Mindestanforderungen an Barrierefreiheit und deren praktischen Nutzen für Menschen mit Behinderung nicht verstehen. Es muss endlich Schluss sein, dass barrierefreies Bauen immer gleichgesetzt wird mit Bauen für Behinderte! Jeder kann eine barrierefreie Toilette benutzen, dazu braucht er keine Behinderung.

Was muss also passieren, damit die Umsetzung unserer verbrieften Rechte langfristig zum Erfolg führt?

Unsere bestehenden Gesetze scheinen jedenfalls nicht ausreichend zu sein. Sonst kämen wir uns oft nicht wie Don Quijote vor. Und die vielerorts eingesetzten Behindertenbeauftragten oder Behindertenbeiräte erfüllen – wenn überhaupt – meist nur eine moralische Alibi-Funktion, solange sie nur Empfehlungen zu Dingen abgeben dürfen, sofern man sie überhaupt von Anfang an einbezieht.

Für uns als Fachteam muss das Ziel lauten, dass die Verweigerung angemessener Vorkehrungen zur Barrierefreiheit als Diskriminierungstatbestand im AGG und BGG verankert werden muss.

Barrierefreies Bauen muss von Fachplanern bei den Bauaufsichtsbehörden kontrolliert und die Verstöße ähnlich wie beim Brandschutz müssen sanktioniert werden.

Dazu hat sich auch der BSK-Bundesverband klar positioniert. Im Rahmen der Podiumsdiskussion, die der BSK Mitte März in Berlin veranstaltete, wurde die Forderung nach einer Novellierung des AGG laut. (Lesen Sie dazu auch die Pressemitteilung „Novellierung des AGG“ über die Veranstaltung BSK im Dialog auf Seite 4)

www.barrierefreifueralle.de

E-Mail: ft-bauen@bsk-ev.org

Norbert Sandmann

Mitglied im Fachteam Bauen

Leben&Weg Artikel Seite1
Artikel aus Leben&Weg.
Diskriminierung in Euerbach erste Seite
Seite 2 aus Leben&Weg
Seite 2 aus Leben&Weg der Verbandszeitschrift der Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.

Erstmals „Runder Tisch“ zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit im Landratsamt Schweinfurt

Herzensangelegenheit für Landrat Töpper – Jeder kann zu einem
unvorhersehbaren Zeitpunkt selbst zu einem Behinderten werden.

 

Erstmals hat im Landratsamt Schweinfurt ein Runder Tisch zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit stattgefunden.
Im Bild: Landrat Florian Töpper (vorne Mitte) und der Behindertenbeauftragte des Landkreises Schweinfurt Konrad Bonengel (vorletzte Reihe rechts) begrüßten die Teilnehmer des ersten Runden Tisches zum Thema Barrierefreiheit und Inklusion im Landratsamt Schweinfurt. (Foto: Landratsamt Schweinfurt, Uta Baumann)

Erstmals hat im Landratsamt Schweinfurt ein Runder Tisch zum Thema
Inklusion und Barrierefreiheit stattgefunden. Von verschiedenen Seiten wie etwa den bestellten
gemeindlichen Behindertenbeauftragten sowie Behindertenverbänden wurde der Wunsch nach solch einer Veranstaltung an ihn herangetragen, um sich stärker zu vernetzen und gegenseitig Hilfestellung zu geben.

Gerne griff Landrat Töpper diese Idee zusammen mit Konrad Bonengel, dem
Behindertenbeauftragten des Landkreises Schweinfurt, auf. „Die Barrierefreiheit für Behinderte ist
für mich eine Herzensangelegenheit“, so Landrat Töpper. Es gelte, die Schwierigkeiten von
Behinderten den Nichtbehinderten zu vermitteln, da Jedermann zu unvorhersehbaren Zeitpunkten
selbst zu einem Menschen mit Behinderung werden kann.
Er berichtete den Anwesenden, dass der Landkreis Schweinfurt selbst ein Partner der Lebenshilfe
beim Inklusionsprojekt „Eine Region wird aktiv – Arbeit inklusiv“ sei. Die Umsetzung des
Inklusionsgedankens in seinen vielfältigen Facetten werde im Landratsamt sehr ernst genommen
und stelle eine breite Querschnittsaufgabe in vielen Abteilungen und Sachgebieten dar.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass diese Gesprächsrunde aus Vertretern des Landratsamtes,
der gemeindlichen Behindertenbeauftragten, Vertretern der offenen Behindertenarbeit, dem Blinden-
und Sehbehindertenbund, der Selbsthilfegruppen Körperbehinderter und Hörgeschädigten sowie
weiteren Behindertenverbänden regelmäßig stattfinden sollte. Der Austausch untereinander sei
wichtig, auch um dem Gefühl vorzubeugen, alleine in diesem Bereich tätig zu sein.
Wünschenswert sei es dazu auch, die Gemeinden im Landkreis stärker zu sensibilisieren. Aktuell
haben von 29 Gemeinden/Städten und Märkten im Landkreis Schweinfurt bereits zwölf Kommunen
einen gemeindlichen Behindertenbeauftragten bestellt. Die Bestellung ist nach dem Bayerischen
Behindertengleichstellungsgesetz eine „Soll“-Vorschrift und somit eine freiwillige Aufgabe. Und es
geht voran: Aktuellstes Beispiel ist die Gemeinde Geldersheim, die auf Anregung des Landratsamt Schweinfurt in ihrer jüngsten Sitzung nun einen Behindertenbeauftragten bestellt hat. Eine erst
vor kurzen erfolgte Abfrage des Landratsamtes hat zudem ergeben, dass auch die Gemeinde
Wipfeld in Kürze einen Behindertenbeauftragten bestellen will.
Bei neuen öffentlichen Bauvorhaben sollte auf Barrierefreiheit geachtet werden, lautete eine weitere
Forderung der Gesprächsrunde. Das betreffe nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch z.B. die
Bedürfnisse von Gehörgeschädigten. Es gilt, Ideen für mehr Barrierefreiheit „auch in den Köpfen“ zu
entwickeln.
Melanie Höller von der Lebenshilfe sowie Karin Eberle von der Freiwilligenagentur Gemeinsinn
warben für das Projekt „Freiwilliges Arbeiten für Menschen mit Behinderung“ und luden zu einem
Informationsabend in die Werkstatt Sennfeld der Lebenshilfe am 7.Juni ein. Nähere Informationen
gibt es auf der Internetseite der Lebenshilfe unter www.lebenshilfe-schweinfurt.de oder per E-Mail
an offene-hilfen@lh-sw.de.

Menschenrecht Barrierefreiheit!

Artikel aus Leben & Weg
Ausgabe 3 /Juni 2015 von Dunja Fuhrmann


 

Barierefreiheit ist ein Menschenrecht Dunja Fuhrmann Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) e. V. BSK Bundesvorstand stellv. Leiterin der BSK-Landesvertretung Saarland Fotonachweis Presseproduktion VPA
Dunja Fuhrmann
Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) e. V.
BSK Bundesvorstand
stellv. Leiterin der BSK-Landesvertretung Saarland
Fotonachweis Presseproduktion VPA

Menschen sind nicht behindert, sondern sie werden behindert“. Diesen Satz hört man häufig bei Diskussionen um Inklusion. Zu ersterem bin ich anderer Meinung. Ich bin selbst behindert, da ich durch meine spastische Paraplegie am Laufen gehindert werde – schlicht gehbehindert bin. Ich finde es auch nicht weiter schlimm, mich als Mensch mit einer Behinderung zu bezeichnen. Schlimm finde ich allerdings die Tatsache, dass ich in meinem Lebensalltag permanent durch Barrieren behindert werde. Und hier spreche ich nicht nur von den sogenannten „Barrieren in den Köpfen“ – also der Ignoranz von Menschen, die immer noch nicht kapiert haben, dass es Menschenrechte gibt, die für Alle zu gelten haben – ob behindert oder nicht – und für deren Umsetzung man alle Vorkehrungen zu treffen hat! Nein, ich spreche über bauliche Barrieren, die dazu führen, dass mir Teilhabe verwehrt wird und ich die Barrieren in meiner Umwelt in meinem Lebensalltag miteinplanen muss. Menschenrecht Barrierefreiheit! weiterlesen

Inklusion beginnt zunächst im Kopf

Editorial aus Leben & Weg
Ausgabe 3 /Juni 2015 von Dunja Fuhrmann


 

Dunja Fuhrmann Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) e. V. BSK Bundesvorstand stellv. Leiterin der BSK-Landesvertretung Saarland Fotonachweis Presseproduktion VPA
Dunja Fuhrmann
Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) e. V.
BSK Bundesvorstand
stellv. Leiterin der BSK-Landesvertretung Saarland
Fotonachweis Presseproduktion VPA


Inklusion beginnt zunächst im Kopf und nicht beim Abbau von Barrieren“, äußerte sich Guildo Horn letztens in einem Filmbeitrag auf Sky, wo es um die Bemühungen der Bundesliga ging, der UN-BRK Rechnung zu tragen.

Spontan könnte man Guildo Horn Recht geben. Natürlich gibt es eine Menge sogenannter „Barrieren in den Köpfen“, die weiterhin die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen – oft auch unter dem Aspekt der Fürsorge – rechtfertigen und somit Inklusion erschweren. Doch wie soll man Vorurteile, vermeintliche und anerzogene Berührungsängste im Umgang mit Menschen mit Behinderungen abbauen, wenn Begegnungen aufgrund von Barrieren im Alltag gar nicht erst möglich sind?

Für uns Menschen mit einer Körperbehinderung überwiegen hauptsächlich die baulichen Barrieren, die uns eine Teilhabe verwehren. Da nützt mir die inklusive Grundeinstellung des freundlichen Kinobetreibers erst einmal nichts, wenn der Kinosaal nur über Treppen erreichbar ist. Solange er seine inklusive Haltung nicht in den barrierefreien Umbau einfließen lässt, können wir uns weiterhin nur vor dem Kino über Teilhabe unterhalten. Inklusion beginnt zunächst im Kopf weiterlesen

Mit dem Rollstuhl nach Paris

Mit dem Rollstuhl nach Paris


 

Reisebericht Paris (2015)
Reisevorbereitung:

Mit der Planung der Reise sollte man langfristig im Voraus beginnen, da in Hotels und im Zug nur eine sehr begrenzte Anzahl an Behindertenplätzen zur Verfügung stehen!
Wir begannen bereits ein halbes Jahr im Voraus.

Reisebüro

Als Reisebüro wählten wir das DER Reisebüro Göbel in Schweinfurt mit dem wir vor meiner Behinderung bereits sehr gute Erfahrungen gesammelt hatten. Mit dem Rollstuhl nach Paris weiterlesen

Barrierefreiheit, Inklusion und demografischer Wandel

Barrierefreiheit, Inklusion und demografischer Wandel.
Entweder barrierefrei oder nicht barrierefrei, ein bisschen Barrierefreiheit gibt es nicht!
Barrierefreiheit

bezeichnet im deutschen Sprachgebrauch eine Gestaltung der baulichen Umwelt in der Weise, dass sie von Menschen mit Behinderung und von älteren Menschen in derselben Weise genutzt werden kann wie von Menschen ohne Behinderung.

(dev. wikipedia)
Inklusion


heißt wörtlich übersetzt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion.
(dev. Aktion Mensch)

Politiker landauf und landab beteuern die Wichtigkeit der Barrierefreiheit und ihren persönlichen Einsatz dafür.
Doch im selben Atemzug heißt es dann oft wir würden ja gerne mehr machen uns fehlt leider das Geld oder der Denkmalschutz muss als Argument herhalten.
Oftmals sind Bekundung und Wille zwei ungleiche Brüder.

Barrierefreiheit, Inklusion und demografischer Wandel weiterlesen