Euerbach schließt erneut Behinderte aus.

Das Ausschließen von Behinderten an Veranstaltungen der Gemeinde Euerbach zeigt langsam Methode.

Die Gemeinde Euerbach lädt auch heuer wieder zu einer Ausfahrt für ihre Senioren ein.

Euerbach Veranstaltung nicht für Behinderte
Euerbach Veranstaltung nicht für Behinderte

Leider besteht keine Möglichkeit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ( Rollstuhl, Scooter usw.) daran teil zunehmen.

Die angegeben Bushaltestellen sind nicht barrierefrei gestaltet.
Keine Hinweise auf die Zugänglichkeit von Bus und Veranstaltungsorten für Behinderte .
Bereits im vergangenen Jahr wurde der Seniorenbeauftragte der gleichzeitig auch als Behindertenbeauftragter der Gemeinde Euerbach agiert schriftlich auf diesen Missstand hingewiesen. Seine damalige lapidare Antwort:
„Ihm sei nicht bekannt, dass es im Landkreis barrierefreie Busse gäbe“.

Die Selbsthilfe Körperbehinderter Schweinfurt e. V. unternimmt jährlich 2 Reisen mit barrierefreien Bussen.

Die beiden gemeindlich bestellten Senioren.- und Behindertenbeauftragten Gerstner und Müller, sollten sich ernsthafte Gedanken machen um dieser Art von Ausgrenzung zu beenden.

Nach der aktuelle geltenden Rechtsauffassung handelt sich bei diese Vorgehensweise um einen klaren Fall von Diskriminierung. Behinderten werden, hier von der Teilhabe von vornherein ausgeschlossen.

Baumwipfelpfad Steigerwald im Rollstuhltest

Baumwipfelpfad Steigerwald für Rollstühle mit Restkraftverstärker geeignet.


Heute berichten wir über unseren Besuch beim Baumwipfelpfad Steigerwald an der B 22 bei Ebrach.

Parkmöglichkeiten

Bei der Ankunft erwarten uns 4 Behindertenparkplätze, von denen bereits am Montagfrüh um 10 Uhr 3 Stück belegt waren. Hier lässt vermuten, dass bei einer Besucherzahl von bis 30.000 an manchen Wochenenden, diese bei weitem nicht ausreichen.  Als Alternative bleiben dann nur noch die Parkplätze für Busse, da die Stellplätze für PKW’s zu weit entfernt angelegt sind.

Beschwerlicher Zugang

Über einen ca. 300 m langen Schotterweg mit einigen zu steilen Stellen

Baumwipfelpfad Steiler Aufstieg für Rollstuhlfahrer
Baumwipfelpfad: Steiler Aufstieg für Rollstuhlfahrer

gelangt man vorbei am Sozialgebäude, zum Eingang

Baumwipfelpfad Steigerwald Eingang
Baumwipfelpfad Steigerwald Eingang

des Pfades. Für manuelle Rollstühle ohne Begleitung ist dies nicht zu schaffen. Selbst mit Restkraftverstärker bedarf es einiger Anstrengung und Unterbrechungen um den Anstieg zu bewältigen.
Lt. Auskunft des Kassenpersonal ist es nicht gestattet den Weg mit PKW zu befahren um wenigsten die Betroffenen dort aussteigen zu lassen.
Hier sollten die Verantwortlichen nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

Baumwipfelpfad Steigerwald im Rollstuhltest weiterlesen

Ortsbegehung in Euerbach

Geplante Ortsbegehung zur Barrierefreiheit in Euerbach dank nachhaltigem Einsatz


Die Behindertenbeauftragte von Euerbach Frau Verena Gerstner hat zusammen mit Bürgermeister Arnold eine Begehung mit dem VDK angeregt. Nicht zuletzt durch das Engagement von Herrn Norbert Sandmann wurde die Notwendigkeit hierzu von den Gemeindevertretern erkannt.  Eine solche Ortsbegehung ist notwendig damit Problemstellen erkannt und gezielt beseitigt werden können. Die Inspektion wird alle 3 Ortsteile beinhalten und somit eine nicht unerhebliche Anzahl an vermeidbaren Barrieren aufzeichnen. Allerdings bleibt hier abzuwarten in wie fern eine nachhaltige Beseitigung umgesetzt wird.

Ortsbegehung: Euerbacher Gehwege für Rollstühle ungeeignet
Euerbacher Gehege für Rollstühle ungeeignet

 

Ortsbegehung: Gepflasterte Plätze - eine große Barriere
Gepflasterte Plätze – eine große Barriere

Wir werden uns mit unseren Anregungen an der Besichtigung beteiligen und die Hindernisse für Menschen mit Mobilitätseinschränkung  und Sehbehinderung aufzeigen.

Euerbach hat nun 2 öffentliche Behinderten WC ’s

Bestehende Behinderten WC ’s wurden für die Öffentlichkeit geöffnet.

 

 

Behinderten WC an der Schäfewiese
Behinderten WC an der Schäfewiese

Nach Antrag des Gemeindebürgers und selbst Betroffenen Norbert Sandmann wurde das bestehende Behinderten WC an der Schäferwiese der Gemeinde Euerbach für alle Inhaber eines Euro-Schlüssels zugänglich gemacht.
Zudem wurde die ebenfalls vorhandene Behindertentoilette im Rathaus für die Öffentlichkeit ausgeschildert uns somit den Betroffenen geöffnet.

Wegweiser zur Behinderten Toilette in Euerbach
Wegweiser zur Behinderten Toilette in Euerbach

 

Behindertentoilette auf http://wheelmap.org
Behindertentoilette auf http://wheelmap.org

Auch wurde eine entsprechende Beschilderung und Wegweisung ab der Hauptstraße installiert. Der genaue Standort ist unter http://wheelmap.org ersichtlich

Behindertenparkausweis

Behindertenparkausweis / Parkerleichterungen


(Quelle: http://www.verkehrslexikon.de )
Vielfach werden besondere Parkgelegenheiten für außergewöhnlich gehbehinderte oder blinde Schwerbeschädigte eingerichtet, die dann nur von dafür berechtigten Personen mit einer entsprechenden Ausnahmegenehmigung benutzt werden dürfen.

Es muss insoweit aber unterschieden werden zwischen einem Schwerbehindertenausweis mit der Kennzeichnung aG oder Bl (außergewöhnliche Gehbehinderung oder Blindheit) und einem Parkausweis. Der Behindertenausweis muss der Straßenverkehrsbehörde vorgelegt werden, um einen Behindertenparkausweis zugeteilt zu bekommen.

Nach der einschlägigen bundesrechtlichen Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung zu § 46 Abs. 1 Nr. 11 StVO in der Fassung der Änderung vom 4. Juni 2009 können Parkerleichterungen im Wege von Ausnahmegenehmigungen „für Schwerbehinderte mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sowie für Blinde“ erteilt werden.

Schwerbehinderte mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sind danach Personen, die sich wegen der Schwere ihres Leidens dauernd nur mit fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können. Hierzu zählen:

Querschnittsgelähmte, doppeloberschenkelamputierte, doppelunterschenkelamputierte, hüftexartikulierte und einseitig oberschenkelamputierte Menschen, die dauernd außerstande sind, ein Kunstbein zu tragen, oder nur eine Beckenkorbprothese tragen können oder zugleich unterschenkel- oder armamputiert sind sowie andere schwerbehinderte Menschen, die nach versorgungsärztlicher Feststellung, auch auf Grund von Erkrankungen, dem vorstehend angeführten Personenkreis gleichzustellen sind.

Bei Erfüllung dieser Voraussetzungen besteht ein Anspruch auf Eintragung des Merkzeichens „aG“ in den Schwerbehindertenausweis.

Ob der Genehmigungsbehörde ein eigenes Ermessen eingeräumt ist, weitere Personen oder andere Leiden in den Begünstigungskreis für Parkerleichterungen einzubeziehen, oder ob insoweit eine strikte Bindung an die Merkzeichenentscheidung der Versorgungsbehörde besteht, die dann selbst die Gerichte binden soll, ist in der Rechtsprechung strittig.

Zu den Parkerleichterungen, die in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zu § 46 Abs. 1 Nr. 11 StVO (VwV-StVO, BAnz 2009, S. 2050 ff. = VkBl. 2009, S. 386 ff.) unter I. genannt werden, gehören z.B. die Gestattung,

  • im eingeschränkten Halteverbot bis zu drei Stunden zu parken,
  • im Bereich eines Zonenhalteverbots die zugelassene Parkdauer zu überschreiten,
  • in Fußgängerzonen während freigegebener Ladezeiten zu parken,
  • an Parkuhren und Parkscheinautomaten ohne Gebühr und zeitliche Begrenzung zu parken,
  • auf Parkplätzen für Anwohner bis zu drei Stunden zu parken
  • und in verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb der gekennzeichneten Flächen zu parken, sofern in zumutbarer Entfernung keine andere Parkmöglichkeit besteht.
Blauer Behindertenparkausweis
Blauer Behindertenparkausweis

Nachgewiesen wird die Berechtigung entweder durch den (hellblauen)  EU-einheitlichen Parkausweis für behinderte Menschen (VkBl. 2000, S. 624/625)

 

 

oder durch einen besonderen (orangefarbenen) Parkausweis (BAnz. 2009, S. 2054/2056).

Orangener Bindertenparkausweis
Orangener Bindertenparkausweis

 

 

 

 

 

Die einmal erteilte Ausnahmegenehmigung muss im Original gut lesbar im Fahrzeug ausgelegt werden. Eine Kopie genügt nicht, das sonst eine Mehrfachbenutzung zur selben Zeit an verschiedenen Orten durch verschiedene Personen möglich wäre.

Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer – Hartnäckigkeit lohnt sich

Lebensmittelkette stattet Filiale mit einem Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer aus!


Nach unserem intensivem Schriftverkehr mit der Lebensmittelkette TeGut entschloss sich die Geschäftsführung in Fulda immerhin eine ihrer Filialen mit einem Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer auszustatten.

Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer
Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer der Fa. Wanzl

Was in der heutigen Zeit zur Standartausstattung eines jeden Lebensmittelhändlers gehören sollte bedurfte erst einen intensiven Schriftverkehr über einen Zeitraum von sage und schreibe 6 Monaten, da diese nach Auskunft der Kundeninformation nicht mehr in des Ladenkonzept von TeGut gehören würde.

Erst eine Schreiben an die Geschäftsleitung der Handelkette  brachte eine wenn auch sehr kleine Wende.

Nun wird zumindest die Filiale Gretel-Baumbach-Str. in Schweinfurt mit einem solchen Einkaufswagen für Rollstuhlfahrer ausgestattet.

Bleibt zu hoffen, das alle Filialen in nächster Zeit nachgerüstet werden.

 

Erstmals „Runder Tisch“ zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit im Landratsamt Schweinfurt

Herzensangelegenheit für Landrat Töpper – Jeder kann zu einem
unvorhersehbaren Zeitpunkt selbst zu einem Behinderten werden.
Erstmals hat im Landratsamt Schweinfurt ein Runder Tisch zum Thema Inklusion und Barrierefreiheit stattgefunden.
Im Bild: Landrat Florian Töpper (vorne Mitte) und der Behindertenbeauftragte des Landkreises Schweinfurt Konrad Bonengel (vorletzte Reihe rechts) begrüßten die Teilnehmer des ersten Runden Tisches zum Thema Barrierefreiheit und Inklusion im Landratsamt Schweinfurt. (Foto: Landratsamt Schweinfurt, Uta Baumann)

Erstmals hat im Landratsamt Schweinfurt ein Runder Tisch zum Thema
Inklusion und Barrierefreiheit stattgefunden. Von verschiedenen Seiten wie etwa den bestellten
gemeindlichen Behindertenbeauftragten sowie Behindertenverbänden wurde der Wunsch nach solch einer Veranstaltung an ihn herangetragen, um sich stärker zu vernetzen und gegenseitig Hilfestellung zu geben.

Gerne griff Landrat Töpper diese Idee zusammen mit Konrad Bonengel, dem
Behindertenbeauftragten des Landkreises Schweinfurt, auf. „Die Barrierefreiheit für Behinderte ist
für mich eine Herzensangelegenheit“, so Landrat Töpper. Es gelte, die Schwierigkeiten von
Behinderten den Nichtbehinderten zu vermitteln, da Jedermann zu unvorhersehbaren Zeitpunkten
selbst zu einem Menschen mit Behinderung werden kann.
Er berichtete den Anwesenden, dass der Landkreis Schweinfurt selbst ein Partner der Lebenshilfe
beim Inklusionsprojekt „Eine Region wird aktiv – Arbeit inklusiv“ sei. Die Umsetzung des
Inklusionsgedankens in seinen vielfältigen Facetten werde im Landratsamt sehr ernst genommen
und stelle eine breite Querschnittsaufgabe in vielen Abteilungen und Sachgebieten dar.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass diese Gesprächsrunde aus Vertretern des Landratsamtes,
der gemeindlichen Behindertenbeauftragten, Vertretern der offenen Behindertenarbeit, dem Blinden-
und Sehbehindertenbund, der Selbsthilfegruppen Körperbehinderter und Hörgeschädigten sowie
weiteren Behindertenverbänden regelmäßig stattfinden sollte. Der Austausch untereinander sei
wichtig, auch um dem Gefühl vorzubeugen, alleine in diesem Bereich tätig zu sein.
Wünschenswert sei es dazu auch, die Gemeinden im Landkreis stärker zu sensibilisieren. Aktuell
haben von 29 Gemeinden/Städten und Märkten im Landkreis Schweinfurt bereits zwölf Kommunen
einen gemeindlichen Behindertenbeauftragten bestellt. Die Bestellung ist nach dem Bayerischen
Behindertengleichstellungsgesetz eine „Soll“-Vorschrift und somit eine freiwillige Aufgabe. Und es
geht voran: Aktuellstes Beispiel ist die Gemeinde Geldersheim, die auf Anregung des Landratsamt Schweinfurt in ihrer jüngsten Sitzung nun einen Behindertenbeauftragten bestellt hat. Eine erst
vor kurzen erfolgte Abfrage des Landratsamtes hat zudem ergeben, dass auch die Gemeinde
Wipfeld in Kürze einen Behindertenbeauftragten bestellen will.
Bei neuen öffentlichen Bauvorhaben sollte auf Barrierefreiheit geachtet werden, lautete eine weitere
Forderung der Gesprächsrunde. Das betreffe nicht nur Rollstuhlfahrer, sondern auch z.B. die
Bedürfnisse von Gehörgeschädigten. Es gilt, Ideen für mehr Barrierefreiheit „auch in den Köpfen“ zu
entwickeln.
Melanie Höller von der Lebenshilfe sowie Karin Eberle von der Freiwilligenagentur Gemeinsinn
warben für das Projekt „Freiwilliges Arbeiten für Menschen mit Behinderung“ und luden zu einem
Informationsabend in die Werkstatt Sennfeld der Lebenshilfe am 7.Juni ein. Nähere Informationen
gibt es auf der Internetseite der Lebenshilfe unter www.lebenshilfe-schweinfurt.de oder per E-Mail
an offene-hilfen@lh-sw.de.

Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern

„Verhaltensauffällige Kinder“ – Bei den meisten taucht bei diesem Stichwort sofort das Bild eines ihrer Teilnehmer auf.

Diese stören, erschweren, bremsen und behindern die geplanten Stunden meist regelmäßig.

Um die Arbeit auf diesem Gebiet zukünftig zu erleichtern und Angebote möglichst ohne große Unterbrechungen möglich zu machen, bieten unsere Experten einen praxisorientierten Workshop an.

 

Referenten:   Kristina Unsleber B.A. und Ronald Kraatz M.A.

Ort:                 Schweinfurt, BRK-Haus, Gorch-Fock-Str.15

Termin:          10.05.2016, 18:30 bis 21:00 Uhr

Anmeldung: Freiwilligenagentur GemeinSinn, 09721-94 904 27

Freiwilligenagentur GemeinSinn

Gorch-Fock-Straße 15

97421 Schweinfurt

www.Freiwilligenagentur-GemeinSinn.de

www.facebook.com/FreiwilligenagenturGemeinSinn

Informations-Abend Freiwilliges Arbeiten

 

Schweinfurt
Informations-Abend Freiwilliges Arbeiten Was ist das?


Wann? am 7. Juni 2016

Wo? Schweinfurt

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Mit dem Smartphone barrierefrei reisen

Für Rollstuhlfahrer, Gehörlose und Blinde: Mit dem Smartphone barrierefrei reisen

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(Quelle: http://rollingplanet.net)

Wie können in ihrer Mobilität eingeschränkte Personen und auch gehörlose Fahrgäste bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln besser unterstützt werden? Dieser Frage stellte sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und entwickelte ein Konzept für eine mobile Reiseassistenz, das das Reisen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zukünftig einfacher machen soll – „und zwar für alle“, wie das DLR betont.

Oftmals sind die Umsteigezeiten für Rollstuhlfahrer oder Sehbehinderte Menschen im ÖPNV zu kurz bemessen und die vorhandenen Informationssysteme nur unzureichend nutzbar. Bis 2022 schreibt das Personenbeförderungsgesetz in Deutschland nun eine „vollständige Barrierefreiheit“ beim ÖPNV vor.

In dem internationalen Forschungsprojekt „aim4it“ (Accessible and Inclusive Mobility for All with Individual Travel Assistance) entwickelten die Wissenschaftler des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik deshalb gemeinsam mit den Projektpartnern eine Lösung für dieses Problem, die für alle Fahrgäste hilfreich sein soll: ein leicht übertragbares Konzept einer Mobilitätsassistenz, um die bestehenden Barrieren des ÖPNV für alle Fahrgäste abzubauen. Herausgekommen ist dabei unter anderem die interaktive aim4it-App. Die Projektergebnisse werden heute im Verkehrsmuseum in Wien vorgestellt. In der österreichischen Stadt und in Karlsruhe wurde das Konzept Anfang dieses Jahres getestet.

So funktioniert es

Gehörlose oder blinde Reisende, Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer können sich die App auf ihrem Smartphone installieren und ihr entsprechendes Anwenderprofil hinterlegen. Daraufhin erhalten sie die „für ihre Bedürfnisse perfekt zugeschnittenen barrierefreie Störungsmeldungen oder aktualisierte Routeninformationen“, versprechen die Initiatoren. Dies erfolgt beispielsweise bei blinden und sehbehinderten Fahrgäste über den Text-to-Speech-Kanal und bei Hörbehinderten oder gehörlosen Reisende in Gebärdensprache durch einen animierten Avatar, der für jede beliebige Sprache programmiert werden kann. „Aim4it ist aber mehr als eine App“, so Prof. Karsten Lemmer, Leiter des DLR-Instituts für Verkehrssystemtechnik. „Es ist vielmehr ein offenes, leicht übertragbares Konzept, das die Verkehrsunternehmen den Fahrgästen über ihre bereits bestehende Reise-Apps zur Verfügung stellen können.“

Mit Hilfe der aim4it-App kann der Reisende bereits bei der Planung angeben, ob er eine verlängerte Umsteigezeit benötigt und wann er möglicherweise Hilfe beim Ein- und Aussteigen braucht. Dem Bus- oder Straßenbahnfahrer wird daraufhin auf einem Display im Fahrzeug angezeigt, an welcher Haltestelle er einen längeren Aufenthalt einplanen muss, um auf die später zusteigenden Fahrgäste zu warten. Zudem sieht er so schon im Vorfeld, wann er die Rampe für Rollstuhlfahrer ausklappen muss.

Alternativrouten in Echtzeit

Das Fahrplanauskunftssystem der App erhält von dem jeweiligen Verkehrsunternehmen aktuelle Informationen über die benötigten Verkehrsmittel. Wenn eine Störung auf der geplanten Route eintritt, erhält der Fahrgast in Echtzeit eine Nachricht auf seinem Smartphone. Über die aim4it-App kann er eine Alternativroute anfordern, die seine speziellen Bedürfnisse berücksichtigt. Wenn etwa in einer Haltestelle der Fahrstuhl ausfällt, erhält ein Rollstuhlfahrer eine Meldung und zum Beispiel den Vorschlag eine Station früher aus zusteigen und dort den Aufzug zu benutzen.

Die Wissenschaftler sind, obwohl die erste Testphase beendet ist, nach wie vor an Feedback interessiert: Direkt über die aim4it-App können die Fahrgäste ihre Erfahrungen zu den neuen Funktionen und die Unterstützung durch die Fahrer mitteilen. Der Verkehrsanbieter erhält so wichtige Hinweise, wie die Services weiter verbessert werden können.

Das Forschungsprojekt aim4it wird im Rahmen des EU-Förderprogramms Future Travelling (ENT3) abgewickelt. aim4it wird gefördert durch: das deutsche Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und das National Centre for Research and Development aus Polen. Projektpartner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Bergische Universität Wuppertal, FH Joanneum GmbH, Fluidtime Data Services GmbH, INIT AG, Matrixx IT Services GmbH, Mentz Datenverarbeitung GmbH, Mentz Datenverarbeitung Austria GmbH, Polytechnische Universität Poznan, SignTime GmbH, Wiener Linien GmbH & Co KG.

Barrieren in den Köpfen abbauen