Ist Deutschland ein behindertenfeindliches Land?

Ist Deutschland ein behindertenfeindliches Land?

 

Sicherlich nicht, oder vielleicht doch?
In Deutschland fristen im Vergleich zu anderen Ländern wie USA, Frankreich, Spanien oder Dänemark die Menschen mit Behinderung ein Schattendasein, obwohl wir eines der reichsten Länder der Welt sind.
In vielen anderen Ländern sind Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft voll integriet oder besser ausgedrückt die Inklusion klappt. Dagegen werden hierzulande Behinderte als Kostenfaktoren angesehen und entsprechend ausgegrenzt.

Trotz UN-Behindertenrechtskonvetion, trotz Artikel 3 GG (Grundgesetz), trotz Behindertengleichstellungsgesetzt hat die Ausgrenzung und Benachteiligung von Menschen mit Handicap System. Politiker aller Parteien land auf und land ab bekennen sich zur Notwendigkeit der Teilhabe am Leben. Wenn es allerdings um Geld geht oder die eigenen Veranstaltungen, dann werden alle möglichen Ausreden gebraucht nur um nicht selbst handeln zu müssen. Mir persönlich sind nur 2 Politiker, beide im hohen Rang, bekannt die sich mit ganzem Herzen und Glaubwürdig für Menschen mit Behinderung einsetzen, für die die Teilhabe am Leben keine leeren Worthülsen sind. Würden sich Verantwortliche mehr mit der Begrifflichkeit von Inklusion und Barrierefreiheit beschäftigen, würden sie diese auch verstehen. Dazu bedarf es allerdings auch dem entsprechenden Willen.

Wenn Inklusion gerade nicht ins Bild passt nimmt man gerne die Ausgrenzung der Betroffenen in kauf. Diese Problematik findet man leider in allen Parteien von Rechts bis Links.
Fordern wir unsere Rechte ein, wird auch nicht vor direkter Diskriminierung zurück geschreckt.

Wenn ich auch das Wort „Die Politiker“ hasse, so leidet die Glaubwürdigkeit „der Politiker“, was dann wiederum zu Politikverdrossenheit und wie jetzt aktuell zu sehen ist, die Protestwähler zu ihren eigenen Schlächtern (AFD) führt.

Es wird Zeit für einen ehrlichen Paradigma wechsel, für eine Richtungsänderung in Sachen UN-BRK. Wir brauchen in diesem, unserem Land wieder Politik für alle Bürger. Eine Politik die den Menschen, ob behindert oder nicht behindert mitnimmt und Politiker die hinter dem stehen was sie sagen.
Nur so ist die soziale Spaltung zu überwinden.

Das werden Sie ja wohl schaffen

Euerbach diskriminiert
Euerbach diskriminiert Menschen mit Behinderung

Vom tapferen Kampf eines bayerischen Gemeinderates gegen einen uneinsichtigen Rollstuhlfahrer

 

Bild zeigt Rollstuhlfahrer vor einer Treppe
Vom tapferen Kampf einer bayerischen Gemeinde gegen einen uneinsichtigen Rollstuhlfahrer

Für Menschen mit Behinderung sind Inklusion und Barrierefreiheit zwei wichtige Eckpfeiler der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Eindeutige Gesetze und Verordnungen stehen uns Menschen mit Behinderungen zumindest theoretisch gegenüber der öffentlichen Verwaltung zur Seite, wie UN-Behindertenrechtskonvention, das Behindertengleichstellungsgesetz und das Grundgesetz Artikel 3, Abs. 3 mit seinem Benachteiligungsverbot.

Doch was machen, wenn sich Gemeinden und Behörden verweigern und lieber ihre Energie in eine Verhinderungspolitik investieren ganz nach dem Motto, wir lassen uns nicht von außen reinreden?

Genau ein solcher Fall erhitzt seit einigen Jahren die Gemüter in der nordbayerischen 3000 Seelen Gemeinde Euerbach und insbesondere das Gemüt des
Fachteams-Mitglied Norbert Sandmann.

Menschen mit Behinderung immer noch Bürger 2. Klasse?

In Euerbach werden Menschen, welche auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen sind, von öffentlichen und politischen Veranstaltungen in der Gemeinde ausgeschlossen, weil der betreffende Sitzungssaal/Veranstaltungsaal nur über 3 Stufen erreichbar ist.

Aussage des Bürgermeisters, „wir hatten jahrelang einen Schwerbehinderten, der kam die Stufen auch hoch, das werden Sie ja wohl auch schaffen“. Entsprechende Anträge auf einen barrierefreien Zugang werden regelmäßig vom Gemeinderat abgelehnt und das mit Begründungen, die nicht mehr in die heutige Zeit passen. Zu teuer, zu wenige Nutzer, nicht machbar usw. Kostengünstige Vorschläge von Betroffenen in Höhe von ca. 8.000 €uro werden ignoriert, stattdessen werden überteuerte Lösungsvorschläge von Gemeindemitarbeitern in Höhe von ca. 37.000 €uro präsentiert, um dann diese auf Grund „unverhältnismäßiger“ Kosten abzulehnen. Gesprächsangebote werden regelmäßig ignoriert. Und zu guter Letzt muss eben der Brandschutz als Totschlagargument herhalten, um die barrierefreie Zugangsforderung abzuschmettern – und das bei einem Gebäude aus den 1990er Jahren.

Auch das Einschalten des Staatssekretärs Herrn Hintersberger vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales mit der Bitte, um nochmalige wohlwollende Prüfung werden ignoriert.

Mehrere Interventionen an Gemeinderatsmitglieder, Kommunalaufsicht und die Behindertenbeauftragte bleiben unbeantwortet. Selbst das zuständige Landratsamt Schweinfurt reagiert hier äußerst fragwürdig und verstößt gegen geltendes Recht im Sinne der UN-BRK, dem Benachteiligungsverbot laut Grundgesetz, wenn es im Schreiben vom 22.01.2015 anführt:

Ein Anspruch auf barrierefreien Zugang zum bestehenden Sitzungssaal kann nicht aus kommunalrechtlichen Vorschriften abgeleitet werden.“ Weiter wird angeführt: „Hingegen kann nicht verlangt werden, dass der Sitzungsraum so beschaffen sein muss, dass er für Jedermann (z.B. auch für Allergiker mit extrem hohen Anforderungen an die Luftreinheit) zugänglich ist…so dass rein kommunalrechtlich auch ein Zugang mittels Hilfestellung der Öffentlichkeit gerecht würde“.

Gerade die letzte Argumentation der Behörde sagt nichts Anderes aus, als das der Rollstuhlfahrer sich samt Rollstuhl hochtragen lassen kann – sofern genug „helfende Hände“ vorhanden sind. Doch dies würde einerseits einer Zurschaustellung des Menschen mit Behinderung gleichkommen und entspricht nicht dem Grundgedanken des Menschenrechts auf Barrierefreiheit, nämlich das bauliche Anlagen „auf die allgemein übliche Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind“.

Man stelle sich bildlich vor, wie die Gemeinderäte den Betreffenden mit E-Rolli hochtragen, das sind dann schnell mal 200 bis 300 Kg!

Stellenausschreibung Euerbach
Euerbach sucht starke Männer um Inklusion weiterhin hinten anzustellen

 

Was machen die Gemeinderäte? Sie stellen sich hinter ihren Bürgermeister, entsprechender der Aussage „Wir müssen nach außen Einigkeit zeigen“. Ein solches Verhalten hätte besser in eine andere Epoche gepasst, in die Zeit als Menschen mit Behinderungen noch als „Unnütze Esser“ galten, in eine Zeit in der man uns wegsperrte, weil man sich für uns schämte.

Zugegebenermaßen wurden in den letzten fast 5 Jahren ein paar weniger bedeutende Anträge zur Umsetzung der UN-Behindertenkonvention von den Gemeindeverantwortlichen in Euerbach umgesetzt. Zu nennen sind da die Ausschilderung einer Behindertentoilette und die Verbreiterung eines Wegdurchlasses, damit dieser für Rollstuhlfahrer nutzbar ist. Doch der große Wurf blieb aus.

Am Beispiel der Causa Euerbach, der leider kein Einzelfall in Deutschland ist, zeigt sich, dass trotz UN-Behindertenrechtskonvention, Grundgesetz und Behindertengleichstellungsgesetz und Allgemeinem Gleichbehandlungsgesetz sogar diejenigen, die zuoberst in der Pflicht stehen, die gesetzliche Theorie in der Praxis umzusetzen, unbehelligt Menschen weiterhin diskriminieren können.

Die sicherlich nett gemeinten „Hilfsangebote“, die der Epoche des fremdbestimmten Fürsorge-Zeitalters entsprechen, passen nicht in das Zeitalter einer Menschenrechtskonvention.

Genau das Thema Barrierefreiheit und Inklusion muss in den Köpfen der Entscheider ankommen. Es nützt nichts, wenn Politiker von der Bedeutung und Wichtigkeit der Inklusion reden, aber deren Bedeutung nicht verstanden haben. Wenn Planer die Zusammenhänge zwischen Mindestanforderungen an Barrierefreiheit und deren praktischen Nutzen für Menschen mit Behinderung nicht verstehen. Es muss endlich Schluss sein, dass barrierefreies Bauen immer gleichgesetzt wird mit Bauen für Behinderte! Jeder kann eine barrierefreie Toilette benutzen, dazu braucht er keine Behinderung.

Was muss also passieren, damit die Umsetzung unserer verbrieften Rechte langfristig zum Erfolg führt?

Unsere bestehenden Gesetze scheinen jedenfalls nicht ausreichend zu sein. Sonst kämen wir uns oft nicht wie Don Quijote vor. Und die vielerorts eingesetzten Behindertenbeauftragten oder Behindertenbeiräte erfüllen – wenn überhaupt – meist nur eine moralische Alibi-Funktion, solange sie nur Empfehlungen zu Dingen abgeben dürfen, sofern man sie überhaupt von Anfang an einbezieht.

Für uns als Fachteam muss das Ziel lauten, dass die Verweigerung angemessener Vorkehrungen zur Barrierefreiheit als Diskriminierungstatbestand im AGG und BGG verankert werden muss.

Barrierefreies Bauen muss von Fachplanern bei den Bauaufsichtsbehörden kontrolliert und die Verstöße ähnlich wie beim Brandschutz müssen sanktioniert werden.

Dazu hat sich auch der BSK-Bundesverband klar positioniert. Im Rahmen der Podiumsdiskussion, die der BSK Mitte März in Berlin veranstaltete, wurde die Forderung nach einer Novellierung des AGG laut. (Lesen Sie dazu auch die Pressemitteilung „Novellierung des AGG“ über die Veranstaltung BSK im Dialog auf Seite 4)

www.barrierefreifueralle.de

E-Mail: ft-bauen@bsk-ev.org

Norbert Sandmann

Mitglied im Fachteam Bauen

Leben&Weg Artikel Seite1
Artikel aus Leben&Weg.
Diskriminierung in Euerbach erste Seite
Seite 2 aus Leben&Weg
Seite 2 aus Leben&Weg der Verbandszeitschrift der Bundesverbandes Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.

Empfindliche Strafe für Restaurantbesitzer

Hohe Strafe wegen unzugänglicher Behindertentoilette

Im Juni diesen Jahres waren wir in Würzburg zu Gast und stärkten uns in einem Schnellrestaurant direkt am Unteren Marktplatz. Nein es war keine der großen Burgerketten. Nach dem wir gegessen hatten, hätte ich eigentlich noch mal auf Toilette gemusst. Es gab hier auch eine ausgewiesene Toilette für Menschen mit Behinderung. Allerdings mussten wir das Lokal unverrichteter Dinge wieder verlassen. Was war geschehen?

Durchgang ist zu eng für Rollstühle
Hier ist kaum ein Durchkommen mit Rollstuhl möglich

Zu aller erst war der Durchgang in den Toilettenbereich durch einen Beistelltische eingeengt. Die Schiebetüre zur Behindertentoilette konnte nur unter größerem Kraftaufwand geöffnet werden.

Behindertentoilette - Bewegungsflächen sind verstellt
Rechts stehen Personalschränke und links steht ein Rollwagen

Zu guter Letzt waren beide Bewegungsflächen neben der Toilette links durch einen Rollwagen mit Babywickelauflage versperrt. Auf der rechten Seite standen Personalschränke. Ein Umsetzten vom Rollstuhl auf die Toilette war hier unmöglich.

Das Gewerbeamt schreitet ein.

Diese unsäglichen Umstände wurden von uns dem zuständigem Gewerbeamt in Würzburg gemeldet. Wir wurden heute 24.07.2017 telefonisch von dem Zuständigen Sachbearbeiter informiert.
Dieser zeigte sich entsetzt über die Zustände im Lokal. Eine empfindliche Strafe für den Betreiber und die Beseitigung der Zustände sei angesagt.

Die Moral von der Geschicht

Angebrachte Beschwerden über Missstände haben Wirkung.

Reisebericht Gedenkstätte Point Alpha

Heute wollen wir über die Gedenkstätte Point Alpha in der Nähe von Fulda in Hessen berichten.

Point Alpha war während des „Kalten Kriegs“ einer der heißesten Stellen. Geographisch liegt Point Alpha direkt an der ehemaligen Zonengrenze zwischen dem hessischen Rhönort Rasdorf und dem thüringischen Dorf Geisa. Dazwischen verlief von 1949 bis 1990 die Grenze zwischen beiden deutschen Staaten, der BRD und der DDR und somit zwischen den Machtblöcken Warschauer Pakt und Nato.

Was diesen Ort so besonders macht, ist der Umstand, dass die Strategen der westlichen Militärs genau an dieser Stelle vermuteten, dass hier der Dritte Weltkrieg beginnen würde. Militärs beider Blöcke standen sich hier von 1945 bis zum Jahr der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten im Jahr 1990 Auge in Auge gegenüber.

Aug in Aug
Auge in Auge standen sich die Soldaten am Point Alpha gegenüber
Wir begannen unseren Ausflug auf thüringischer Seite am
Haus auf der Grenze.
Haus auf der Grenze am Point Alpha
Haus auf der Grenze am Point Alpha

 

 

 

 

 

 

Auf dem dortigen Parkplatz erwarteten uns in direkter Nähe zum Museum 3 Behindertenparkplätze. Der Zugang zum Gebäude war selbstverständlich Barrierefrei, ebenfalls die Behindertentoilette im Gebäude war vorbildlich, sauber und mit allem ausgestattet was der Bezeichnung Behindertentoilette gerecht wird. Die ständige Ausstellung „Freiheiten“ ist dort zu finden.

Der Weg vom Haus auf der Grenze bis zum Point Alpha

geht über den alten Fahrweg der DRR-Grenzer

Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen
Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen

und ist somit für Rollstühle absolut ungeeignet. Wer einen elektrischen Rollstuhl oder eine stärkere Begleitperson bei sich hat, kann neben dem Weg in der Wiese fahren. Andernfalls bleibt nur übrig die Straße mit dem Auto zu nehmen. Wir entschieden uns für die Wiese. Der Weg hat eine geschätzte Länge von ca. 700 – 800 Meter. Vorbei an alten Grenzanlagen wie sie noch in den fünfzigern das vergangenen Jahrhunderts zu finden waren, entlang einer alten Hundelaufleine für die scharfen Schäferhunde der Grenztruppen der DDR und den Sperranlagen der letzten Generation

Point-Alpha-Grenzanlage
Point Alpha Grenzanlage der DDR und Beobachtungspunkt der US-Army

ging unser Weg über die ehemaligen Staatsgrenze zum Stützpunkt der US-Army.

 

 

 

Hier ist Eintritt zu bezahlen, Ermäßigungen für Schwerbehinderte und deren Begleitpersonen gibt es auf Nachfrage.
Das gesamte Gelände ist noch original erhalten. Panzer, Fahrzeuge und Hubschrauber befinden sich noch heute auf dem Gelände,

Point-Alpha-Fuhrpark
Es sind noch Fahrzeuge, Panzer und Hubschrauber vorhanden

sowie die Gebäude von damals. In einem Gebäude ist ein Museum eingerichtet, welches die Hintergründe und das Leben der amerikanischen Soldaten beleuchtet.

 

Alles bis auf den Wachturm ist barrierefrei und mit dem Rollstuhl problemlos zu besichtigen.

point-alpha-barrierefrei
Im Point Alpha wird Barrierefreiheit groß geschrieben
Wir konnten den Ausflug als gelungen ansehen

nicht zuletzt durch die Barrierefreiheit an den beiden Punkten Haus auf der Grenze und Point Alpha

 

Stadtbesuch wird zur Tortur

Artikel von http://swity.de zum Thema Barrierefreiheit

 

Mit dem Aktivisten Norbert Sandmann unterwegs.

Tortur für Norbert Sandmann. Foto: Sabrina Muth
Norbert Sandmann. Foto: Sabrina Muth

Platten, Pflaster, Stufen – beim Gang durch die Innenstadt nehmen wir unseren Untergrund meist gar nicht wahr. Was für uns nebensächlich ist, wird für Rollstuhlfahrer und auch Nutzern von Rollatoren zur Bewährungsprobe und Tortur.

Barrierefreiheit ist für Menschen mit Behinderungen unabdingbar und bedeutet, dass die gesamte Umwelt so gestaltet wird, dass sie von Menschen mit Beeinträchtigungen ohne Erschwernis und fremde Hilfe wahrgenommen werden kann. Wir sind mit Norbert Sandmann, der seit drei Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist, durch die Innenstadt und haben uns die Situation in Schweinfurt mal angeschaut. Weiter lesen

Welche Gemeinden nehmen die Barrierefreiheit ernst?

handicap-na-und.de braucht Eure Hilfe!
Für ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem
VDK Kreisverband Schweinfurt suchen wir Städte und Gemeinden die das Thema „Barrierefreiheit aus Sicht der Betroffenen ernst nehmen“ und vorbildlich umsetzten.

Vorschläge und eventuell kurze Beschreibungen bitte an:
norbert@handicap-na-und.de

Menschenwürde? Fehlanzeige

Menschenwürde?
-Verständnis weit gefehlt-.

Besonders als engagierter Schwerbehinderter kann man so manches erleben. Da werden dann schon mal die einschlägigen Gesetzte ignoriert und auf Menschenwürde wird nicht geachtet.

Wenn gleich es allerdings meist einen guten Konsens mit den Entscheidern gibt, trifft der Aktivist mancher Orts aber auch auf eine andere Art von Bürgermeistern, Seniorenbeauftragten und Räte.

Sie vertreten die Meinung, sie als Nichtbehinderte wüssten genau was für ihre eingeschränkten Mitbürger richtig und notwendig ist und sie täten schon bereits alles im Sinne der Betroffenen. Gespräch und Zusammenarbeit wird erfolgreich abgelehnt, obgleich das Angebot von dem Behindertenberater einer Hilfsorganisation kommt. Dann müsste man ja zugeben, das man doch wenig bis keine Ahnung von der Materie hat. Man wurstelt immer weiter und verschwendet Steuergelder durch Fehlplanungen, welche dann nach Veröffentlichung in den Medien Änderungen bedürfen. Damit aber noch nicht genug, wieder werden dann nur Teile der behinderten Menschen berücksichtigt und als Folge kommt der dritte Umbau.
Kostet ja alles nichts.

Warum mit den Betroffenen reden, wenn doch Befindlichkeiten in der Verwaltung wichtiger sind.
„Man weiß ja genau was für uns Menschen mit Handicap das Beste ist!“

Gehbehinderte werden regelmäßig von Gemeindeveranstaltungen ausgeschlossen.

Änderung der Situation durch Einbau von z.B. Treppenlift wird mit fadenscheinigen Argumenten abgelehnt, stattdessen bietet man großmütige Hilfe beim Überwinden von Treppen an (hoch tragen).
Barrierefrei bedeutet ohne fremde Hilfe!

Menschenwürde -fehlanzeige-
„Was braucht der Behinderte ein Recht auf Würde, wenn es unser Geld kostet“.

Zu allem Übel muss man sich als Rollstuhlfahrer mit Worten von Gemeindevertretern abfinden, wie „Die drei Stufen werden Sie wohl schaffen“ oder „Wenn Sie mit ihrem Rollstuhl auf der Straße fahren müssen, dann fahren wenigsten die Autos auch langsam durchs Dorf“.
Aber auch der Spruch eines Gemeinderates der mit seinem PKW den Gehweg im Ort versperrt, „Um diese Uhrzeit kommt kein Rollstuhlfahrer vorbei“.

„Ist ja alles nicht so schlimm, denn wir die Gemeindevertreter sind ja nicht behinderten feindlich!“

Nun werden Sie liebe LeserInnen sich fragen, warum fragt man keine Fachleute?
Diese Frage bleibt auch mir als Behindertenberater und Fachmann auf diesem Gebiet unerschlossen. Eine weitere Möglichkeit wären z.B. Architekturbüros welche sich auf barrierefreies Bauen spezialisiert haben. Auch Behindertenfachverbände wie den Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. , dem
Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.
usw. bieten hier ihre Hilfe an.

In den meisten Städten wie z.B. Schweinfurt oder Würzburg funktioniert die Kommunikation zwischen Behinderten und Vertretern der Städte vorzüglich. Neulich meinte der Baureferent der Stadt Schweinfurt, Herr Brettin  mir gegenüber, „man sei froh über die Rückmeldung von Betroffenen an die Stadt, so können wir entsprechend kurzfristig reagieren“.

Wenn Sie liebe LeserInnen ähnliche Erfahrungen gesammelt haben, würde ich mich über eine Rückmeldung sehr freuen.

„Barrierefrei Deutschland“ ein Film von handicap-na-und.de und sw-n-tv.de

Ich möchte meine Brötchen selber holen.
„Barrierefrei Deutschland“

Der Film „Barrierefrei Deutschland“ berücksichtigt die meisten Belange der Behinderten.
Ob Gehbehindert, Sehbehindert oder sonstige Einschränkungen aus Sicht der Betroffenen.

Es kommen nicht nur wir die Behinderten und Ärzte zu Wort, sondern auch Sprecher vom verschiedenen Behörden und Organisationen.

Der Film zeigt Eindrucksvoll die Schwierigkeiten und auch Lösungsansätze, denen wir die Betroffenen und auch unsere Senioren ausgesetzt sind.

Dieser Film ist eine Co-Produktion von
http://handicap-na-und.de und http://sw-n-tv.de

Für die Unterstützung danken wir:
Der Stadt Schweinfurt.
Dem VdK Kreisverband Schweinfurt.
Dem BRK Kreisverband Schweinfurt.
Dem Bayrischen Blinden- und Sehbehindertenbund e.V.
Der Gemeinschaftspraxis
Gunther Leibold und Dr. med. Harald Hezner.

Da diese Seite so wie der Film ehrenamtlich erstellt wurden, suchen wir noch eine / einen Gebärdendolmetscher der / die uns den Filmbeitrag übersetzen mag.

Bilder von den Dreharbeiten.
Ortsdurchfahrt der B 303 in Euerbach ist ein gefährliches Pflaster für Rollstuhlfahrer
„Barrierefrei Deutschland“ Ortsdurchfahrt der B 303 in Euerbach ist ein gefährliches Pflaster für Rollstuhlfahrer
"Barrierefrei Deutschland" Norbert Sandmann interviewt Herbert Hennlich
„Barrierefrei Deutschland“ Norbert Sandmann interviewt Herbert Hennlich
Blind und Lahm beim Filmdreh
„Blind und Lahm beim Filmdreh
Barrierefrei Deutschland" Filmdreh "Ich möchte meine Brötchen selber holen"
Filmdreh „Ich möchte meine Brötchen selber holen“. Für Blinde schwierige Bereiche
"Barrierefrei Deutschland" Filmdreh "Ich möchte meine Brötchen selber holen"
Filmdreh „Ich möchte meine Brötchen selber holen“
Der Film.

Barrierefreies Kino? – Mehr schlecht, als recht

Barrierefreies Kino? – Mehr schlecht, als recht
Wer kennt es nicht?

Ein neuer Blockbuster läuft im Kino an und hat dazu noch an einem Samstagabend Langeweile. Dazu kommt noch Heißhunger auf kleine Snacks wie Nachos mit Käse-Dip oder Popcorn. Wenn man jetzt nicht unbedingt Lust darauf hat 45 Minuten über die Autobahn zum absolut perfekten und nahezu gänzlich barrierefreien Cineplex Kino in Dettelbach zu düsen, kommt man in Schweinfurt ziemlich schnell zu einem sehr nüchternen Ergebnis.

Das mittlerweile länger geschlossene Roxy Kino, war nicht unbedingt barrierefrei. Dennoch konnte man eine mittelgroße Eingangsstufe mit Hilfe irgendwie überwinden. Man stand zwar im Gang und wahrscheinlich auch im Fluchtweg, aber immerhin hatte man einen schönen Blick auf die Leinwand.

Das Union Kino ist mittlerweile auch geschlossen. Man konnte an der Seite über die Notausgänge ganz bequem reinfahren. Man konnte sich an einen der oberen Plätze in den Gang stellen. Auch hier genoss man eine gute Sicht auf die Leinwand.

Das Welt Bio Kino in Schweinfurt ist eines der ältesten Schweinfurter Kinos und immer noch in Betrieb. Es ist sogar recht populär. Allerdings ist es bautechnisch bedingt absolut nicht barrierefrei und kann auch nicht barrierefrei gemacht werden, da es sich um einen Altbau handelt.

Nach einer fixen 6-monatigen Bauphase eröffnete Mitte 2009 ein neues hochmodernes Multiplexkino namens Filmwelt Schweinfurt die Pforten. Ausgestattet mit 2 Behindertenparkplätzen direkt vor dem Eingang des Kinos, sowie ausdrücklich darauf hinweisend, dass das Kino Rollstuhlplätze in jedem der 7 Kinosäle hat, rieb ich mir die Hände. Endlich spontan wieder mal ins Kino gehen können, ohne großartig für die Fahrt zu planen.

Die Ernüchterung

folgte recht schnell. Als ich beim Bezahlen für das Ticket darauf hingewiesen wurde, dass die Plätze für Rollstuhlfahrer in der ersten Reihe sind, merkte ich in mir ein ungutes Gefühl aufkommen. Generell sind Plätze in der ersten Reihe bei Kinobesuchen mehr als suboptimal und unbeliebt. Man befindet sich lediglich 2,50 m bis 3 m von der ca. 10 m großen Leinwand entfernt. Zum Teil hat man die gesamte Leinwand aus der vordersten Reihe nicht einmal komplett im Blickfeld. Bei Filmen mit actiongeladenen Szenen muss man zum Teil den Kopf von links nach rechts drehen bzw. rauf und runter, weil man einfach zu nah an der Leinwand sitzt. So macht Kino keinen Spaß!

Da stellt man sich die Frage, wie der Bauherr sich das vorgestellt hat. Als Rollstuhlfahrer hat man hier den Eindruck, dass beim Planen dieses in 2009 geöffneten Kinos, wenig Wert auf wirkliche Barrierefreiheit und Inklusion gelegt worden ist. Man hat es sich einfach gemacht und lediglich die gesetzlichen Mindestanforderungen und Vorschriften erfüllt. Eine Vermutung, dass der Kontakt zum Behindertenbeirat der Stadt Schweinfurt bezüglich Fragen zur Teilhabe und Inklusion wahrscheinlich nie stattgefunden hat, bleibt erhalten. Denn so etwas würde man wahrscheinlich nicht durch winken.

In Zukunft heißt es für mich, ich muss doch den weiten Weg nach Dettelbach machen.

Mit dem Rollstuhl in den Bayerischen Wald

Ein Reisebericht vom Bayerischen Wald aus Sicht von Rollstuhlfahrern
Anreise.

Unsere Reise in den Bayerischen Wald begann in Schweinfurt und als Ziel haben wir Mauth Ortsteil Fichtenau
im Nationalpark Bayerischer Wald gewählt.
Allerdings ignorierten wir die vom Navi empfohlene Strecke über die A3 Nürnberg – Passau. Wir fuhren im Gegensatz dazu die landschaftlich schönere Strecke entlang der B85 quer durch den Bayerischen Wald.

Unterkunft.

Als wir unsere gewählte Unterkunft in Finsterau erreichten, befanden wir uns auf über 1000 m über dem Meeresspiegel. Wir hatten gleich eine fantastische Aussicht zudem verbunden mit einer sehr ruhigen Lage. Unsere Ferienwohnung war ebenerdig erreichbar, geräumig, geschmackvoll und hochwertig eingerichtet.

Finsterau Ferienwohnung "Auenweg"
Finsterau Ferienwohnung „Auenweg“

Einziger Nachteil, aber das wussten wir schon von vornherein, war eine Stufe innerhalb des Bades. Für Betroffenen mit Restmobilität ist dies kein größeres Problem.

Unser Auto konnten wir direkt neben der Eingangstüre parken.

Buchwald(Bučina) in der Tschechischen Republik.
Bayerischen Wald; Vor 1990 noch unmöglich, mit dem Rollstuhl in die Tschechei
Vor 1990 noch unmöglich, mit dem Rollstuhl in die Tschechei

Unser erster Ausflug ging mit dem Auto und Rollstuhl zur ca. 4,5 km entfernten „Tschechischen Grenze“. Von hier mussten wir dann über den Fußweg in die Tschechische Republik. Es erwartete uns eine alte Grenzbefestigung mit Wachturm aus Zeiten des Kalten Krieges. Mit dem Rollstuhl in den Bayerischen Wald weiterlesen

Barrieren in den Köpfen abbauen